Gedanken einer Jugendleiterin…

25. Juni 2018 | Jugendfussball

Zur Zeit hat Deutschland ja wieder mal knapp 80 Millionen Bundestrainer – ich bin auch einer davon und mache mir so meine Gedanken, warum sich unsere Mannschaft in den ersten beiden Spielen dieser WM so schwer getan hat. „Zu wenig Stabilität in der Defensive…“ – hm, kann sein. Aber 2 Gegentore in 2 Spielen ist jetzt auch kein Weltuntergang, und schließlich haben wir ja das Spiel gegen Schweden trotz des Gegentores noch gewonnen. Also liegt das Problem doch eher weiter vorne. „Wir haben keine Lösungen gefunden…“ – aha, welche Lösungen haben wir denn gesucht? Ballbesitz, Geduld haben, den Gegner müde spielen… klingt super, hat aber gegen Mexiko nicht funktioniert. Wann wurde es gefährlich? Eigentlich erst nach der Einwechslung von Marco Reus und vor allem auch Julian Brandt, die sich mal trauten, mit Tempo ins Dribbling und Richtung Strafraum zu kommen – was aber leider viel zu selten der Fall war. Auch die anderen „großen Fußballnationen“ haben sich bisher nicht unbedingt mit Ruhm bekleckert, konnten ihre Spiele aber teilweise wenigstens durch Elfmeter gewinnen. Wir können keine Elfmeter bekommen, wenn wir uns nicht in den Strafraum trauen… und dabei brauchen wir nicht mal einen Elfer – uns reicht schon ein Freistoß in der 95. Minute!!!

Was mache ich mir Gedanken – ist doch Jogis Problem! Aber ein ganz kleines bisschen auch meins:
Schon bei den Trainingsspielen von G- und F-Junioren höre ich permanent Kinder rufen „pass, pass, pass doch endlich…“ Warum? Woher haben sie das? Wenn Timo Werner in der 94. Minute gepasst hätte, wäre wieder eine Möglichkeit verpufft. Nur durch sein beherztes Dribbling, das nur durch Foul gestoppt werden konnte, hatte Toni Kroos die Möglichkeit, seinen „kroosartigen“ Freistoß in den Winkel zu zimmern. Also ist dribbeln wichtig! Es schafft Räume für die Mitspieler und Torchancen für die Teams. Darum möchte ich allen übereifrigen Eltern, aber auch allen Kinder- und Jugendtrainern zurufen: Lasst die Dribbler dribbeln – sie sind wichtig für unsere Mannschaften. Den tödlichen Pass trainieren wir später…

Ute Hrubesch

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