Marathonstaffel der UTSG beim Frankurt-Marathon 2017

von | 30. Dezember 2017 | Laufen-Walking

Ein Mitglied der Marathonstaffel schildert seine Erlebnisse vom Frankurt-Marathon 2017

Dabei sein ist eben noch längst nicht alles. Am Parkplatz des Hattsteinweihers steht ein silbernes Schild mit der Aufschrift „Lauftreff Sonntag 9:00 Uhr“. Hier treffen sich jeden Sonntag lauffreudige Sportler der Usinger TSG und andere, die in Form bleiben wollen oder einfach Spaß am Laufen haben. Je nach Wetter und Jahreszeit treffen sich hier regelmäßig bis zu 16 Läuferinnen und Läufer. Entsprechend breit gefächert ist das Alter und die individuelle Geschwindigkeit innerhalb der Gruppe. Ebenso stehen verschiedene Streckenvarianten mit Längen von 5 km bis 13 km zur Auswahl. So kann man spontan nach Tagesform oder Wetterlage entscheiden, welche Runde man in Angriff nimmt.
Bereits 2016 haben 9 Läuferinnen und Läufer am Frankfurt Marathon teilgenommen. Einer hatte die gesamte Distanz in Angriff genommen, die restlichen acht sind als zwei 4-er Staffeln gestartet.
So war es auch kein Zufall, dass sich dieses Jahr für den Frankfurter Marathon am 29.10. zwölf Läuferinnen und Läufer gefunden hatten, um die Distanz von gut 42 km in der Staffel zu bewältigen. Somit konnten in diesem Jahr sogar drei Staffeln gemeldet werden. Die Strecke wird in vier Abschnitte von jeweils 7 km bis 13 km aufgeteilt.
Kurzer Hand wurde die obligatorische Whatsapp-Gruppe eingerichtet um die Organisation und Logistik zu bewerkstelligen:
Es wurden die Fahrgemeinschaften geklärt und wer mit wem zusammen in der Staffel läuft. Ebenso wurde festgelegt, wer Starten darf und wem als Schlussläufer der Zieleinlauf in die Festhalle vergönnt ist.
Am schwierigsten war jedoch für die meisten Läuferinnen und Läufer die Planung für die persönlichen Gegenstände: Zwar mangelt es auf der Strecke und an den Übergabestationen nicht an Getränken und Obst, aber man muss sich schon Gedanken machen, wem man seine Klamotten für „danach“ gibt und wie man sie auch wiederbekommt. Dies ist für die Läuferinnen und Läufer an 2. und 3. Stelle der Staffel nochmals schwieriger, da man in der Wechselzone nicht auskühlen möchte. Also braucht man zweimal Klamotten, um sich warm zu halten.
Wie es sich zeigte, waren zwei paar lange Hosen und ein langärmeliges Shirt oder eine Laufjacke am 29.10. auch dringend nötig. Der Wetterbericht kündigte richtiges Sauwetter an, so dass ich mich persönlich fragte, auf was ich mich denn da wieder eingelassen hatte? In diesem Fall zählt jedoch die Gemeinschaft und als Fahrer konnte ich sowieso nicht kneifen.
Treffpunkt war am Sonntag um 8 Uhr. Direkt nach der Zeitumstellung gar nicht so schlimm, wie es sich anhört. Alle waren pünktlich und so ging es los Richtung Messe / Rebstock. Das Verkehrschaos dort hielt sich in Grenzen und wir konnten unsere Startunterlagen zusammen abholen. Das war in den Frankfurter Messehallen sehr beeindruckend. Tausende Läufer wuseln dort hin und her. Das Wetter war bis zum Start noch etwas wechselhaft und es regnete noch zweimal bis um 10:30 Uhr endlich der Startschuss für die Staffeln fiel.
Wir hatten uns gegenseitig beteuert, dass wir nur zum Spaß dabei sind, dass sowohl die Platzierung als auch die Zeit keine Rolle spielen sollen. So steht man da also an der Wechselmarke mit 100 anderen Läuferinnen und Läufern zusammen in einer Box und versucht in der Masse der Läufer denjenigen auszumachen, der einem den Staffelchip übergeben möchte. 10 Minuten kommen einem vor wie eine Ewigkeit. Wann kommt er? Wann ziehe ich meine Klamotten aus? Auf der einen Seite möchte man dann doch keine Zeit beim Wechsel verplempern, auf der anderen Seite hat man auch keine Lust bei niedrigen Temperaturen zu frieren. Ein Team nach dem anderen wechselt vor meinen Augen im Sekundentakt. So langsam werde ich immer aufgeregter und heißer auf den Lauf. Also Klamotten ausziehen! Würde am liebsten jetzt losrennen. Aber ohne Chip macht das keinen Sinn! Da kommt „endlich“ mein Vorläufer. Der Wechsel hat ein paar Sekunden gedauert und insgesamt gut geklappt. Wir sind ja keine Profis. Wie war das noch? Ach so, um die Zeit geht es ja gar nicht…
Also losgerannt, durch die restliche immer enger werdende Wechselzone, die inzwischen durch die vielen wechselwilligen Läufer gerade noch 1,50 m breit ist. Wie cool ist das denn? Nach 200 – 300 m vermischen sich Staffelläufer und die „richtigen“ Marathonläufer auf der Strecke und die Enge ist vorbei. Es geht über den Main, von dem man bekanntlich eine herrliche Aussicht auf die Skyline hat. Das muss ich jetzt noch unbedingt einfangen und genießen! Wann hat man schon mal die Gelegenheit zu Fuß auf der Straße durch Frankfurt zu rennen? Normalerweise sitzt man im Auto und hat diesen Stadtverkehr vor sich… Weiter geht es durch Sachsenhausen. Jetzt merke ich, dass ich zu schnell losgelaufen bin – oder ich bin zu schlecht in Form. Das ist Ansichtssache. Die Euphorie ist vorbei und ich fange an, mir auszurechnen, wie weit es noch ist. Da ich mit 7 km den kürzesten Streckenabschnitt zu absolvieren habe, ist mir das schon ein wenig peinlich! Trotzdem gebe ich alles und habe den Eindruck, mehr Läufer zu überholen, als selbst von anderen überholt zu werden. Immer mal wieder ein Blick auf die Skyline erhaschen und von einer Party oder Blaskapelle am Wegesrand zur nächsten laufen. Das lenkt ab und beflügelt! Die Frankfurter machen Stimmung und sind klasse drauf! Ich glaube dafür ist der Frankfurt Marathon auch bekannt.
Plötzlich ist die nächste Wechselzone erreicht. Bevor es eng wird, nehme ich das Band mit dem Chip ab und laufe ins Getümmel. Bis zum Warteblock für die Startnummern 1200 – 1299. Übergabe, abgeklatscht und fertig! Das war’s.
Noch nicht ganz. Per S-Bahn geht es zurück in die Festhalle, in der sich das Ziel befindet. Dort treffen die Läufer im Sekundentakt ein. Wie im Bienenstock, nur dass keiner abfliegt, sondern alle landen. Die Anzeige bietet Platz für 10 Namen der Läufer und man kann gar nicht so schnell lesen, wer da soeben im Ziel angekommen ist. So viele sind es und so schnell geht das. Alle Herren Länder sind vertreten.
Es ist längst Nachmittag geworden, bis der Letzte unserer Staffel das Ziel erreicht, wird es noch eine gute Stunde dauern. Wir beschließen eine Bratwurst zu essen und gehen den Letzen Kilometer der Strecke als Zuschauer zurück. Wir genießen jetzt diese Perspektive: Partymeile! Und wir gehören dazu – nicht nur als Zuschauer. Kurz nachdem die Bratwurst gegessen ist, entdecke ich unsere Läufer auf der Strecke, ein paar Hundert Meter vor dem Ziel. Kurzerhand laufe ich hinterher und konnte sie einholen. So sind wir dann zusammen in die Festhalle eingelaufen. Ein Wahnsinnsfeeling! Eine ganz große Show – in diesen Sekunden nur für uns! Einfach unbeschreiblich!
Auch wenn es uns nur um das Dabeisein ging, war es doch viel mehr: Ein gemeinschaftliches Erlebnis, das verbindet und das nur einmal im Jahr gibt möglich ist. Etwas ganz Besonderes eben!
Ganz nebenbei sollte man der Vollständigkeit halber noch erwähnen, dass wir mit den erreichten Platzierungen sehr zufrieden sein können.
Sie möchten wissen, wie diese lauten?
Aber darum ging es doch gar nicht!
Werden wir nächstes Jahr wieder dabei sein? Aber sicher!

Peter Beckert

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